Herbergssuche – brandaktuell

Was mir an Weihnachten am meisten gefällt ist der symbolische Sinn der Herbergssuche. Ganz ehrlich, der ganze Kitsch, der ganze Konsumrausch, das ganz Vorspielen einer Idylle, das alles stößt mich von Jahr zu Jahr mehr ab. Aber diese Symbolkraft, die in der Herbergssuche steckt, die fasziniert mich jedes Jahr neu.

Die Kinder im Bienenhaus sind irgendwie auch auf Herbergssuche. Es gibt riesengroße Probleme in ihren Familien. Es steht bei jedem einzelnen Kind die Frage im Raum: Wo bin ich eigentlich zuhause? Wer sind die Menschen, die mich lieben? Wer schenkt mir Sicherheit, Geborgenheit, Wärme?

Ich finde nichts berührender und trauriger, als ein einsamer und verlassener Mensch, ein einsames und verlassenes Kind. Es geht darum unsere Herzen aufzumachen und den anderen wahrzunehmen, ihm die Hand zu reichen, Verständnis und ein Lächeln zu schenken. Das kostet nichts, aber es hilft.  Leider reicht es nicht ganz, wenn nur wir das tun. für die Kinder im Bienenhaus müssen wir ihren Familien helfen, dass das Lächeln, die Freude und das Verständnis wieder Einzug halten können.

Diese Jahr können alle Kinder die Feiertage bei ihren Eltern verbringen. Dass ist seit Jahren das erste Mal. Sonst gab es immer einzelne Kinder, die den Heiligabend im Bienenhaus verbringen mussten. Weil diese Kinder kein Zuhause mehr hatten. Nicht weil sie Waisenkinder wären. Nein, weil ihre Familien so desolat und kaputt waren, dass nicht einmal dieser eine Abend möglich war. Diese Kinder waren im wahrsten Sinne des Wortes auf Herbergssuche. Dass das dieses Jahr nicht so ist, emfpinde ich als großes Geschenk. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, sollte uns mahnen.

1 Antwort zu „Herbergssuche – brandaktuell“


  1. 1 casaneve 20. Dezember 2011 um 16:15

    Nachdem ich den letzten Beitrag über eure schwierige Situation gelesen habe, bin ich heute richtig froh, dass es auch Positives so kurz vor Weihnachten zu berichten gibt. Ich mache mir auch nicht allzuviel aus der ganzen Schenkerei (aber ein bisserl was schon), vor allem aber möchte ich spüren, dass es Hoffnung gibt. Hoffnung auf längere Tage und das Ende der dunklen Zeit, Hoffung auf das Gute in jedem von uns.
    Ich wünsche euren Kinder, dass sich die Hoffnungen erfüllen, die sie an Weihnachten mit Familie knüpfen!


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